Sonntag, 29. Oktober 2023

Was ist Composable Commerce?

Der Begriff Composable Commerce erregt gerade viel Aufmerksamkeit. Wir hier einfach die nächste "Sau durch's Dorf" getrieben oder ist Composable Commerce wirklich relevant für mittelständige Unternehmen in der Schweiz? Was bedeutet Composable Commerce genau und was kann man davon erwarten? In diesem Beitrag werden wir tiefer in die Welt des Composable Commerce eintauchen. Wir werden untersuchen, wie es sich von traditionellen E-Commerce-Systemen unterscheidet, warum es für Unternehmen jeder Grösse, von Start-ups bis hin zu etablierten KMUs, von Vorteil sein kann und wie du mit dem richtigen Set an Tools und Strategien deinen eigenen Übergang zu diesem zukunftsorientierten Modell gestalten kannst.

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Composable Commerce? Kann man das essen?

In der Welt des E-Commerce ist Anpassungsfähigkeit das A und O. Die Kunden von heute erwarten ein nahtloses, personalisiertes Einkaufserlebnis, und die Unternehmen ringen darum, mit den sich ständig ändernden Technologien und Markttrends Schritt zu halten. An diesem Bedürfnis knüpften bereits die Headless E-Commerce Plattformen an. Composable Commerce geht nun aber noch einen Schritt weiter:

Stell dir Composable Commerce wie den Bau eines Hauses vor. Anstatt dich aber auf einen Bauplan festzulegen, der nicht geändert werden kann, hast du die Freiheit, jedes Zimmer individuell zu gestalten, die besten Materialien auszuwählen und sogar die Struktur des Hauses zu modifizieren. Klingt cool, oder? In der digitalen Welt versucht dir Composable Commerce genau das zu ermöglichen. Bei diesem Ansatz wird dein E-Commerce-System aus spezialisierten, austauschbaren Modulen zusammengestellt. Diese Module, auch bekannt als Packaged Business Capabilities (PBCs), bieten spezifische Funktionen – sei es die Verwaltung des Warenkorbs, Berechnen von Preisen, die Durchführung von Kampagnen oder die Bereitstellung eines unvergleichlichen Kundenservice.

Doch was macht Composable Commerce so besonders? Es ist die Freiheit, letztendlich aus den besten Technologien ("Best of Breed") auszuwählen, die genau auf deine Geschäftsanforderungen zugeschnitten sind. Anstatt sich auf eine Einheitslösung zu verlassen, kannst du ein E-Commerce-Ökosystem schaffen, das so einzigartig ist wie dein Unternehmen. Dank moderner Technologien wie MACH (Microservices, API-first, Cloud-native, Headless) wird dieses System nicht nur leistungsstark und flexibel, sondern auch zukunftssicher.

In den folgenden Abschnitten werden wir die Unterschiede zwischen Composable Commerce und traditionelleren E-Commerce-Architekturen beleuchten, die Vorteile herausarbeiten, die es speziell für KMUs bietet, und aufzeigen, wie du den Übergang zu dieser innovativen E-Commerce-Lösung gestalten kannst. Bleib dran!

3 Architektur-Ansätze für E-Commerce Lösungen

Traditionelles Onlineshop-Systeme: Der Anfang aller Dinge

Zunächst gab es den traditionellen Onlineshop. Alles ist vordefiniert, und Änderungen am System können oft nur mit erheblichem Aufwand und Kosten verbunden sein. Für viele KMUs war dies der Einstieg in die Online-Welt, aber die Grenzen dieses Modells werden schnell sichtbar, besonders wenn das Geschäft zu wachsen beginnt.

Headless Commerce: Freiheit der Frontend-Entwicklung

Dann kam Headless Commerce und brachte die Trennung von Frontend und Backend. Das gab Unternehmen mehr Flexibilität und die Möglichkeit, kundenspezifische Erlebnisse zu schaffen. Aber es erfordert auch spezielle technische Kenntnisse und kann zu Komplikationen bei der Integration verschiedener Systeme führen.

Composable Commerce: Die nächste Stufe der Evolution

Und nun kommt Composable Commerce ins Spiel. Stell dir vor, du hast einen Baukasten voller verschiedener Funktionen, die du nach Belieben kombinieren kannst, um deinen idealen Onlineshop zu erstellen. Das ist die Idee hinter Composable Commerce. Du wählst, was dein Geschäft benötigt, integrierst neue Technologien nahtlos und passt dich schnell an Marktveränderungen an.

Composable Commerce und KMU, geht das wirklich zusammen?

Vielleicht fragst du dich jetzt: "Das klingt alles toll, aber ist Composable Commerce nicht nur etwas für die grossen Player?" Nicht ganz. Hier liegt die Schönheit von Composable Commerce: Es ebnet das Spielfeld. KMUs haben oft nicht die Ressourcen, um mit grossen Unternehmen in der traditionellen E-Commerce-Landschaft zu konkurrieren. Aber mit Composable Commerce? Das Spiel ändert sich.

  1. Schnelle Anpassung an den Markt: Der Markt wartet auf niemanden. Was heute in ist, kann morgen schon wieder out sein. Composable Commerce ermöglicht es dir, schnell auf Trends zu reagieren. Du kannst neue Funktionen hinzufügen oder unnötige entfernen, ohne das gesamte System umzukrempeln. So bleibst du immer relevant und konkurrenzfähig.
  2. Kosteneffizienz: KMUs müssen ihr Budget sorgfältig verwalten. Glücklicherweise bedeutet die Modularität von Composable Commerce, dass du nur für das bezahlst, was du auch wirklich brauchst. Keine überflüssigen Funktionen, keine verborgenen Kosten, nur das, was dein Geschäft voranbringt.
  3. Kundenzentrierte Erfahrungen: In einem Meer von Online-Shops ist die Kundenerfahrung König. Mit Composable Commerce kannst du personalisierte Einkaufserlebnisse schaffen, die deine Kunden lieben werden, was zu höherer Kundentreue und letztendlich zu mehr Umsatz führt.
  4. Weniger Abhängigkeit von IT-Riesen: Du musst nicht mehr auf die Gnade der grossen Tech-Unternehmen hoffen. Mit Composable Commerce hast du die Kontrolle. Du kannst die besten Lösungen verschiedener Anbieter auswählen und bist nicht an die Beschränkungen eines einzigen Anbieters gebunden.

Und was sind die Nachteile und Herausforderungen?

Beim Übergang zu Composable Commerce kannst du und dein Unternehmen auf verschiedene Herausforderungen stossen. Hier sind einige potenzielle Herausforderungen und Klassiker:

  1. Technische Komplexität und Anforderungen: Die Implementierung von Composable Commerce erfordert ein gewisses Mass an technischem Know-how, da Unternehmen ihre Systeme aus verschiedenen Komponenten zusammensetzen müssen. Die Integration verschiedener Microservices, APIs und anderer Technologien kann komplex sein und erfordert oft spezialisierte IT-Kenntnisse.
  2. Datensicherheit und Compliance: Da Composable Commerce oft die Nutzung von Cloud-basierten Services und Drittanbieter-Plattformen beinhaltet, müssen Unternehmen sicherstellen, dass sie strenge Datensicherheitsprotokolle einhalten und Compliance-Anforderungen wie die DSGVO erfüllen. Dies erfordert eine sorgfältige Überprüfung der Anbieter und ihrer Sicherheitsmassnahmen.
  3. Kostenmanagement: Obwohl Composable Commerce Flexibilität bei den Kosten bietet, indem nur für benötigte Dienste gezahlt wird, kann die anfängliche Investition für einige KMUs eine Hürde sein. Die Kosten für die Integration, das Testen neuer Lösungen, möglicherweise die Schulung von Mitarbeitenden und die Wartung der Systeme können sich summieren.
  4. Anbieterauswahl und -management: Die Auswahl der richtigen Technologiepartner ist entscheidend. Unternehmen müssen die Qualität, Zuverlässigkeit, und Kompatibilität der Dienste verschiedener Anbieter bewerten. Dieser Prozess kann zeitaufwendig sein und erfordert eine gründliche Due Diligence.
  5. Widerstand gegen Veränderungen: Intern kann es Widerstand gegen die Umstellung auf ein neues System geben, besonders wenn die Mitarbeitenden an traditionelle E-Commerce-Systeme gewöhnt sind. Schulungen, Change Management und interne Kommunikation sind entscheidend, um Bedenken auszuräumen und die Akzeptanz zu fördern.
  6. Skalierbarkeit und Performance: Während Composable Commerce Skalierbarkeit verspricht, müssen Unternehmen sicherstellen, dass die zusammengesetzten Systeme unter hohen Lasten effizient funktionieren. Dies erfordert fortlaufende Überwachung und Optimierung, um eine gleichbleibend hohe Leistung zu gewährleisten.
  7. Langfristige Strategie und Support: Composable Commerce ist kein einmaliges Projekt, sondern eine langfristige Strategie. Unternehmen müssen über die Implementierungsphase hinausdenken und Pläne für kontinuierliche Updates, Support und mögliche Iterationen haben, um mit den Marktveränderungen Schritt zu halten. Indem sie diese Herausforderungen erkennen und proaktiv angehen, können Unternehmen die Risiken minimieren und die Erfolgschancen ihrer Composable Commerce-Initiativen maximieren. Es ist wichtig, dass sie eine strategische Herangehensweise wählen, die auf ihre spezifischen Geschäftsbedürfnisse und Ressourcen zugeschnitten ist.

Der Weg zu deinem Composable Commerce

Okay, klingt doch irgendwie überzeugend. Aber wie geht es weiter? Keine Sorge, der Übergang muss nicht überwältigend sein. Hier sind ein paar Schritte, um dich auf den Weg zu bringen:

  1. Bedarfsanalyse: Schau dir an, was dein Unternehmen braucht. Welche Aspekte deines aktuellen E-Commerce-Systems funktionieren gut und welche könnten eine Überarbeitung gebrauchen? Verstehe deine Kunden: Was erwarten sie?
  2. Konkurrenzanalyse: Was gibt es auf dem Markt? Welche Anbieter bieten die Funktionen, die du brauchst? Vergleiche und wähle weise.
  3. Strategische Planung und Roadmap: Du brauchst einen soliden Plan, bevor du Änderungen vornimmst. Wie soll sich dein E-Commerce-Ökosystem entwickeln? Funktional, aber auch hinsichtlich Ziel-Architektur? Wie stellst du sicher, dass alles reibungslos funktioniert?
  4. Implementierung: Hier kommt der technische Teil. Abhängig von deinen Ressourcen kannst du dich für eine schrittweise Implementierung entscheiden oder alles auf einmal umstellen. 

Fazit

Composable Commerce ist nicht nur ein weiterer Tech-Trend. Es ist eine Investition in die Zukunft deines Unternehmens. Mit der Flexibilität, Skalierbarkeit und Kundenzentriertheit, die es bietet, können KMUs in der Schweiz und weltweit auf eine Weise konkurrieren, die früher undenkbar war. Es ist Zeit, die Zügel in die Hand zu nehmen. Dein Geschäft, deine Regeln.

Autor

Reto Gurtner

Anbieter E-Commerce Plattformen aus der Schweiz

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