Preisfaktoren
Die Preiskette legt fest, wie aus einem Einkaufspreis ein Verkaufspreis wird. Die Preisfaktoren legen fest, mit welchen Werten – und zwar je Preisliste und je Preisgruppe unterschiedlich. Ein und dieselbe Kalkulationslogik erzeugt so ganz verschiedene Preise: für den B2B-Kanal in CHF, für den B2B-Kanal in EUR, für den Marktplatz Galaxus – ohne dass du je eine Formel duplizierst.
Die Preisgruppe als Träger der Kalkulation
Abschnitt betitelt „Die Preisgruppe als Träger der Kalkulation“Preisfaktoren hängen an einer Preisgruppe. Die Preisgruppe ist im buzzle PIM ein eigener Objekttyp: Sie bündelt Artikel, die nach denselben Regeln kalkuliert werden, und ordnet sie in einer Hierarchie aus Haupt- und Untergruppen. Im Demo-PIM findest du etwa die Preisgruppe Kosmetik mit den Hauptgruppen Haarpflege und Hautpflege und darunter Feingruppen wie Shampoo.
Auf jeder Ebene dieser Hierarchie kannst du Preisfaktoren hinterlegen. Und genau hier entsteht der Hebel: Eine allgemeine Regel setzt du einmal weit oben, Ausnahmen präzisierst du weiter unten – für einzelne Gruppen oder einzelne Artikel.
Eine Matrix aus Blöcken und Preislisten
Abschnitt betitelt „Eine Matrix aus Blöcken und Preislisten“Die Preisfaktoren sind eine Matrix. Die Zeilen sind die Blöcke deiner Preiskette – also dieselben vierzehn Stationen vom Einkaufspreis bis zum Verkaufspreis. Die Spalten sind deine Preislisten. Ganz links stehen die allgemeinen Werte, die als Basis für alle Preislisten gelten; jede weitere Spalte ist eine konkrete Preisliste, die einzelne Werte gezielt überschreibt.
Am Kosmetik-Beispiel wird das Prinzip sofort greifbar. Der Lieferantenrabatt (15 %), die Umrechnung in CHF und die Lagerkosten (2 %) gelten für alle gleich – sie stehen nur in der Spalte Allgemeine Werte. Die Margen hingegen unterscheiden sich je Kanal: B2B CHF und B2B EUR fahren dieselbe Zielmarge (15 %), während Galaxus mit einer höheren Zielmarge (20 %) und einem höheren Startpunkt (40 %) kalkuliert wird – Marktplatzgebühren wollen verdient sein. Auch die Transportkosten setzt jede Preisliste eigenständig (12 CHF / 15 CHF / 15 CHF).
| Block | Allgemeine Werte | B2B CHF | B2B EUR | Galaxus |
|---|---|---|---|---|
| Einkaufsrabatt beim Lieferant | 15 % | – | – | – |
| Transportkosten | – | 12 CHF | 15 CHF | 15 CHF |
| Lagerkosten | 2 % | – | – | – |
| Marketingkosten | – | 10 % | 10 % | 15 % |
| Minimalmarge | – | 5 % | 5 % | 2 % |
| Zielmarge | – | 15 % | 15 % | 20 % |
| Startpunkt | – | 30 % | 30 % | 40 % |
| Rundung | .05 / .10 | – | – | – |
Ein Bindestrich bedeutet: hier greift der allgemeine Wert. So bleibt sofort erkennbar, welche Preisliste bewusst abweicht – und welche einfach der Regel folgt.
Vererbung entlang der Preisgruppen-Hierarchie
Abschnitt betitelt „Vererbung entlang der Preisgruppen-Hierarchie“Preisfaktoren wirken nicht nur je Preisliste, sondern auch über die Hierarchie hinweg. Ein Faktor, den du auf der Preisgruppe Kosmetik setzt, gilt automatisch für Haarpflege, Shampoo und jeden Artikel darin – solange keine tiefere Ebene ihn überschreibt. Setzt du auf Shampoo eine eigene Zielmarge, gewinnt der speziellere Wert; alles andere erbt weiter von oben.
Damit pflegst du das grosse Ganze an einer Stelle und feilst lokal nur dort, wo es nötig ist. Neue Artikel übernehmen die passende Kalkulation, sobald sie der richtigen Gruppe zugeordnet werden – ohne dass jemand Werte abtippt.
Wirkung prüfen, bevor sie zählt
Abschnitt betitelt „Wirkung prüfen, bevor sie zählt“Direkt unter der Matrix steht eine Simulation. Du gibst einen Einkaufspreis vor und siehst je Preisliste sofort, welcher Verkaufspreis herauskommt und wie jeder Block ihn beeinflusst. So testest du eine geänderte Marge oder einen neuen Zuschlag, bevor du speicherst – und übernimmst Änderungen erst, wenn das Ergebnis stimmt.
Dein Nutzen
Abschnitt betitelt „Dein Nutzen“- Ein Modell, viele Preise – dieselbe Preiskette bedient jeden Kanal und jede Währung
- Pflege an einer Stelle durch Vererbung über die Preisgruppen-Hierarchie
- Gezielte Ausnahmen je Preisliste oder Gruppe, ohne Formeln zu duplizieren
- Keine bösen Überraschungen dank Simulation vor der Übernahme
- Skalierbar – neue Artikel erben ihre Kalkulation automatisch
Das Wichtigste in Kürze
Abschnitt betitelt „Das Wichtigste in Kürze“- Preisfaktoren = Matrix aus Preisketten-Blöcken (Zeilen) und Preislisten (Spalten)
- Allgemeine Werte als Basis, einzelne Preislisten überschreiben gezielt
- Preisgruppen tragen die Faktoren und vererben sie über Haupt- und Untergruppen
- Speziellere Ebene gewinnt – von Preisgruppe über Gruppe bis zum einzelnen Artikel
- Simulation zeigt die Wirkung je Preisliste vor dem Speichern